12. EOP

2022

 

Am 23. Februar 2022 fand das Finale des 12. EOP – Europäischer Opernregie-Preis in Kopenhagen im Det Kongelige Teater (Royal Danish Opera) statt.

Auf der Probebühne des Opernhauses erarbeiteten die Finalisten vor einer fünfköpfigen Jury mit den Sängern jeweils eine Szene ihres Opernregie-Konzepts zu Benjamin Brittens „The Turn of the Screw“ und ihren jeweiligen Interpretationen der Oper. Während beim Semifinale ihr Regie-Konzept im Vordergrund stand, wurde beim Finale vorrangig ihre Arbeit mit den Sängern bewertet. Hierfür hatten alle Finalisten die gleiche Szene vorbereitet.

Weltweit gingen im Vorfeld Bewerbungen von 82 Teams mit insgesamt 204 Teilnehmern und einer Mischung aus 35 Nationalitäten für den 12. EOP – Europäischer Opernregie-Preis ein. Zehn junge Nachwuchs-Regisseure unter 35 Jahren schafften es bis ins Semi-Finale, aus denen die vier Finalisten gewählt wurden.

Die Camerata Nuova schreibt alle zwei Jahre, in Zusammenarbeit mit der Opera Europa, einem Zusammenschluss von über 200 Opernhäusern und Festivals, und einem europäischen Opernhaus den EOP-Europäischer Opernregie-Preis aus. Der EOP ist der Opernregiewettbewerb mit der größten internationalen Reichweite.

1. Preis

Anthony Almeida (UK) Regisseur

Mit Rosanna Vize, Ausstatterin

Inszenierung von The Turn of the Screw, Benjamin Britten,  im Det Kongelige Teater (Royal Danish Opera) in Kopenhagen. September 2023

2. Preis

Victoria Stevens (SA) Regisseurin

Mit Anna Kirsch, Ausstatterin

Inszenierung einer Kammeroper an der Staatsoper Hannover. Herbst 2022

3. Preis

Lorenzo Ponte (IT) Regisseur

Engagement als Regieassistent an einem führenden deutschen Opernhaus.

4. Preis

Marieluisa Bafunno und Vanessa Codutti (IT) Regisseurinnen

Engagement als Regieassistentinnen an einem führenden deutschen Opernhaus.

 

Die Jury des EOP setzt sich aus namhaften Intendanten und Regisseuren der Opernwelt zusammen, beim 12. EOP waren dies:

 

Laura Berman, Intendantin Staatstheater Hannover (Vorsitz)
Matthieu Dussouillez, Directeur-Général Opéra national de Lorraine Nancy
John Fulljames, Direktor der Royal Danish Opera Copenhagen
Randi Stene, Direktorin der Norwegian National Opera Oslo und
Katharina Thoma, Regisseurin und vormalige Preisträgerin

Benjamin Britten • The Turn of the Screw. >>Die sündigen Engel<< oder >>Die Drehung der Schraube<<

(auch: >>Die überdrehte Schraube<<, >>Die Besessene<<)

UA 14. September 1954 Venedig, English Opera Group / DE 31. Mai 1955 München

Libretto Myfanwy Piper nach einer Novelle des Essayisten Henry James

Originalsprache Englisch

Spieldauer ca. 1.40 Stunden, Prolog und zwei Akte.

Personen Gouvernante (s), Miles (Knabensopran), Flora (Mädchensopran), Mrs. Grose, Haushälterin (s), Peter Quint, ein früherer Diener (t), Miss Jessel, die frühere Erzieherin (s), Prologus (t)

Handlung In dem englischen Landhaus Bly, Mitte des 19. Jahrhunderts.

Prolog >> It is a curious story. I have written it in faded ink – a woman’s hand, governess to two children – long ago…<< Die Gestalt des Prologus, Tenor und Piano, berichtet von dem Besuch der Gouvernante, Brittens Hauptfigur dieser Oper, beim Vormund der Waiserkinder Flora und Miles, der die Verantwortung scheut und die junge Frau überredet, die Erziehung der beiden mit jeglichen Vollmachten zu übernehmen.

1. Akt, 8 Szenen Auf rätselhafte Weise sind die beiden Erzieher zweier Waisenkinder, ein Hausdiener und eine Gouvernante, ums Leben gekommen. Ein Liebespaar zu Lebzeiten, spuken ihre Geister in dem Turm des englischen Landhauses und üben offenbar eine magische Gewalt auf die Kinder aus. Miles wird aus unerklärlichen Gründen von der Schule verwiesen. Die Gouvernante und Miss Grose beschließen, die Kinder vor Quint und Miss Jessel zu beschützen.

2. Akt, 8 Szenen Die beiden Frauen merken, dass Flora und Miles sich immer mehr zu Quint und Miss Jessel hinwenden. Der sorgenvolle Brief an den Vormund der Kinder wird, auf Quints Geheiß hin, von Miles entwendet. Frau Grose reist mit Flora nach London und die Gouvernante bleibt mit Miles im Landhaus. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass der Brief nicht versendet wurde. Die Gouvernante bittet Miles, ihr doch zu sagen, wer ihm diese bösen Aufträge erteilt, dann hätte er für immer Ruhe. Als Quint vom Turm steigt, schreit der Junge gerade noch aus >>Quint, du Teufel<<, bricht zusammen und stirbt in den Armen seiner Gouvernante.

Musik Das Kammerorchester der dritten Kammeroper Brittens entspricht – mit Ausnahme des Piano/Celesta-Parts – „The Rape of Lucretia“ und „Albert Herring“ und beansprucht dreizehn virtuose Musiker (fünf Streicher, fünf Bläser, Harfe, Celesta, Schlagzeug). Die Partitur ist mit sparsamsten Mitteln erarbeitet. Fünfzehn musikalische Zwischenspiele wandeln variationsartig ein einziges Thema ab, führen so von Szene zu Szene und gleichzeitig tiefer und tiefer in die seelischen Untergründe der Handlung. Jede Szene und Variation wird dabei mit einem der dreizehn Instrumente dominant verbunden. Britten nutzt Elemente der Zwölftonmusik, allerdings nicht in Reihentechnik, und es herrschen tonale Beziehungen vor. Zentral sind auch hier die beiden Hauptfiguren: A-Dur für die Gouvernante und As-Dur für Quint.

(Britten * 22.11.1913 Lowestoft, Suffolk, … 04.12.1976 Aldeburgh)

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